Kap Verden

Schon ein Monat Brasilien…

…da wird´s ja mal wieder echt Zeit! Vor Allem weil so einiges passiert ist, was alles geändert hat – wahrscheinlich fang ich damit am besten auch gleich an: Vor einer Woche ist Jo leider abgereist, zurück nach Deutschland. Er musste erfahren, dass sein Cousin gestorben ist. Für ihn stand sofort fest, dass er möglichst zurück in die Heimat muss. Der Flug war schnell gebucht und mit der Zeitmaschine war er 12 Stunden später in Deutschland…

Was ist aber alles bis dahin passiert?
Capo Verde – Santo Antão, Boot gefunden – zum dritten Mal, Überfahrt – tolle Crew&viieel Zeit, Brasilien – Karneval in Recife und jetzt auch schon die 350 km „on the road“…

Aber jetzt nocheinmal ein bisschen ausführlicher: Nachdem Jo und ich in Capo Verde auf Sal von Bord geworfen wurden, warteten wir auf die wöchentliche Fähre nach Mindelo, nach zweieinhalb Tagen dort angekommen, entscheiden wir uns relativ schnell uns zu trennen – Jo hatte Lust Mindelo besser kennen zu lernen, mich zog es in die Natur und das Grün von Santo Antão. Nach einer knapp einstündigen Überfahrt in Porto Novo angekommen stand mir erst einmal wieder eine Inselüberquerung und etwa 1200 Höhenmeter bevor…
Sanantao1
Und das ganze auf Kopsteinpflaster…
(Bilder übrigens von Goolge, weil ich keinen Fotoapparat dabei hatte….)

Aber die haben sich wirklich gelohnt, seit Monaten habe ich mal wieder grüne Bäume und sogar ganze Wiesen gesehen :-)
Ganz gemütlich und mit viel Zeit, bin ich nach ein paar Tagen in Paúl, nahe Ribeira Grande angekommen, ein kleines Paradies mitten im Meer; am einzigsten Fluss der INsel gelegen, der das gesamte Jahr über Wasser führt, hing ich mit meiner Hängematte zwischen zwei Eukalyptusbäumen, umgeben von Bananen, Brotfruchtbäumen, Papaya und alles mögliche exotische mehr. Ziemlich schnell hatte ich mich mit den Nachbarn und anderen ‚Lokalen‘ angefreundet.
sanantao2

Eines morgens schaltete ich mein Handy an, um zu sehen ob Jo sich eventuell schon bezüglich der Bootssuche gemeldet hat – ich ging aber eher davon aus, dass er noch gar nicht angefangen hatte. Nun, falsch gedacht, mindestens drei SMS hatte ich bereits von ihm empfangen und ich sollte mich so schnell wie möglich auf den Weg nach Mindelo machen – in ein paar Tagen sollte es schon los gehen. Abends war ich dann in Mindelo und wir haben auch gleich die Crew der Libertalia getroffen und einen Bier- und Grog-(kapverdischer Zuckerrohrschnaps) lastigen Abend am Billardtisch verbracht. Das sollte nicht der letzte bleiben….
Trotzdem hies es dann schliesslich „Leinen los!“ und wir legten ab, mit dem Ziel Recife, Brasilien. Nach einigen Runden im riesigen Hafenbecken und erfolglosem Wiederaufziehen der Genua entschied Käpt´n Phil, dass wir ohne Genua lossegeln und das unterwegs mitten auf dem Atlantik machen. Was an Tag 4 dann auch geschah – diesmal mit Erfolg!
Relativ schnell stand fest, dass ich zum grossen Teil den Schiffskoch übernehme, da ausser Kyle niemand grossartig daran interessiert war. So konnte ich mir jeden Tag Gedanken über´s Kochen machen und war voll in meinem Element :-) Jo fiel der technische Part zu, fast jeden TAg gab es irgendwas zu reparieren, von den Solarzellen über die Positionslichter bis hin zur Süsswasserpumpe, zu tun war genug für MacGyver, wie Jo relativ schnell von Phil genannt wurde.
Eingeteilt waren die Tage in drei, bzw. vier-Stunden-Schichten – je nach dem ob es sich um eine Tag- oder Nachtschicht handelte. Sehr genoss ich es in den NAchtschichten mit Pink Floyd oder Tschaikowsky´s Schwanensee auf den ohren auf Achterdeck zu stehen, das gesamt Boot zu überblicken wie es in der Dünung schwankt und wie eine kleine Nussschale im grenzenlosen Ozean still vor sich hin gleitet. Ich muss sagen, ich hätte es gegenteilig erwartet, aber: langweilig war mir nicht einen Augenblick. Und trotzdem wusste ich jeden Tag genau, Tag wieviel der Überfahrt es ist ;-)
Interessant wurde die Kochsituation, als wir feststellen mussten, dass wir nicht genug Ethanol für den Ethanolkocker an Bord dabei haben – ab sofort wurde Kaffe und Tee rationiert(gab es nur noch in wirklichen Ausnahmesituationen, wie zum Beispiel Timo´s Gebnurtstag, oder dem „Luxustag“), Nudeln schon in halb kochendes Wasser geworfen und Reis mehrere Stunden vor dem Kochen schonmal eingeweicht… Glücklicherweise hatten wir vier Säcke Kohle dabei – wir grillten alles: vom Fisch über die Pasta und dem Kaffe wurde alles auf dem Grill zubereitet :-)
Nach 16 Tagen, erreichten wir dann schliesslich trotz der am Ende ausgegangenen Zigarretten und der immer heikler werdenden Esssituation Land – pünktlich zum Karneval, welcher einen Tag später anfing. Dazu mehr im nächsten Blogeintrag! Versprochen, der wird nicht lang dauern…!

Tag um Tag verschiebt sich die Abreise…

Nachdem wir eigentlich schon am Sonntag los wollten, dann am Montag, wird es jetzt vermutlich morgen – wenn denn dann beim Wiederaufziehen der Genua(dem vordersten Segel) sich nicht neue, bisher unbekannte Probleme auftun… ;-)

Heute verbrachte Kyle, einer der Crew-Mitglieder quasi den ganzen Tag im Klettergurt in 10m Höhe und reparierte die Aufrollvorrichtung der Genua – wir anderen waren derweil mit anderen Klienigkeiten wie zum Beispiel Problemen bei der Stromversorgung beschäftigt… aber keine Sorge, ds Boot ist bzw. wird voll seetauglich und wir sind alle guter Dinge, dass es morgen WIRKLICH losgeht. ;)

Morgen steht also gaaaanz früh aufstehen, dann Genua richten, Boot putzen und aufräumen, also klar Schiff machen, auf dem Programm. Also für alle, denen ich gesagt habe in maximal 16 Tagen sind wir in Brasilien – das ganze verschiebt sich um einen tag… :-) Mal sehen, so wie es aussieht reicht es ja trotzdem noch für den Karneval auf brasilianisch :-)

Nach mittlerweile schon drei Nächten auf der Libertalia und mehreren Alkohollastigen Nächten kennen wir die Crewmitglieder schon ganz gut und sind gespannt und freuen uns riesig auf die Atlantiküberquerung!

Ihr hört wieder von uns aus Brasilien!

Liebe Grüsse sagt der

Arne

Wieder stechen wir in See…

Tachle ihr alle!

Tatsächlich haben wir ein Boot gefunden, dass uns jetzt nach Brasilien bringt. Wir werden, wenn alle letzten Vorbereitungen getroffen sind, mit der LIBERTALIA in See stechen. Das wird vielleicht schon morgen sein…oder übermorgen:-) Das Boot ist sehr schön (nach unserem Geschmack) und die Crew ist super:-) (ebenfalls nach unserem Geschmack)
Unsere Fahrräder und das nicht ganz so knappe Gepäck konnte von uns gut an Deck und unter Deck untergebracht werden.

Unsere Räder an Deck der LIBERTALIA

Ich bin sehr gespannt, was für Erfahrungen wir auf diesem, mitlerweile drittem Boot auf unserer Reise, machen werden. Es fühlt sich gut an, was will man also mehr.
Liebe Grüsse schicke ich allen. Ich freue mich schon darauf in ca. zwei Wochen von diesem nächsten Abenteuerabschnitt, der uns jetzt bevorsteht berichten zu können!

Ahoi

Jo

Boote..

Hallo!
Ich „wohne“ jetzt schon seit fast zwei Wochen in Mindelo in einem schönen billigem Hostel und habe schon so einen Art Alltag. Morgens frühstücken, danach kommt die erste Runde durch die Marina. Anschliessend irgendwo Mittagessen finden, ein wenig ausruhen, Gitarre spielen und dann nocheinmal in die Marina zu den sogenannten „Yachties“. Ich quatsche alle Boote an, bei denen ich denke, dass sie uns mitnehemen könnten. Wie sieht man sowas? Das weiss ich auch nicht, deshalb frag ich alle die nett aussehen oder ein riesiges Schiff haben. Das Problem, das wir zu zweit sind UND dann auch noch zwei Fahrräder haben wird mir hier erst richtig klar. Vorher hat ja irgendwie immer alles geklappt. Aber das Fahrrad war hier schon für viele Skipper ein Grund nein zu sagen.

Die Marina in Mindelo
Die Marina in Mindelo

Trotzdem. Ich mache jeden Tag meine Runden. Heute habe ich vielleicht ein bisschen Glück gehabt, denn ich bin mit der Crew von einem grossem schönen Boot zu einem Bier verabredet.
Den Hafen kenne ich inzwischen ziemlich gut. Auch die verschiedenen Boote und deren Besatzungen. Mit manchen habe ich auch schon den ein oder anderen Abend verbracht an Bord verbracht.
Das Leben in der Stadt ist, soweit ich das bisher erlebt habe sehr bunt, fröhlich und sehr viel von Musik geprägt, die man überall und zu jeder Zeit vernehmen kann. Sehr gerne setze ich mich mit meiner Gitarre an einen schönen Platz und schaue einfach was mir so passiert. Das kann manchmal sehr spannend sein.
Arne ist grad noch auf Sao Antao. Wir haben uns vor gut zwei Wochen aufgeteilt. Er ist nach Sao Antao gefahren und ich bin in Mindelo geblieben. Ich bin gespannt, was er mir von der Insel erzählen wird. Hier haben mir schon viele Leute gesagt, dass es dort sehr schön sein soll. Wer weiss, vielleicht fahre ich dort ja auch noch hin. Mann kann ja sogar rübergucken :-)

Viele Grüsse von mir an alle!

Euer Jo

..und so schnell ändert sich der Plan..

Hallöchen

Tja,.. manchmal passieren die Dinge doch ganz schnell und unerwartet. Unseren Lift nach Brasilien gibt es zwar noch, allerdings will er uns nichtmehr mitnehmen. Die zwei Franzosen haben uns sozusagen „von Bord geworfen“ und wir sind auf der Insel Sal „gestrandet“. Ist das nicht irgendwie auch cool? Mal sehen wie es jetzt weitergeht. Ein neuses Seegelschiff muss her, aber das lässt sich bestimmt gut organisieren. Wir sind jedenfalls guter Dinge..
Die Insel und die Leute hier sind klasse. Ich hoffe ihr hattet alle nen guten Rutsch!
Wir haben diesen verschlafen:-)

Liebe Grüsse
Jo

Hallihallo und Bonda ihr alle!

Wird wohl mal wieder Zeit fuer einen etwas ausfuehrlicheren Bericht dachte ich(Arne) mir so, et voilà:

Nachdem wir einen Monat auf der mir unglaublich sympathischen Hippie-Insel Gomera inmitten lauter Freaks und spannender Menschen verbirngen durften – viele Freundschaften sind hier entstanden und am liebsten waere ich noch eine ganze Weile geblieben…! – sind wir vor zwei Tagen heil und sicher mittlerweile auf Sal eine der noerdlichen Kapverdischen Inseln angekommen.

Unser Gomera-Aufenthalt wurde durch unser Date mit Anna und Frank, unserem Boots-Lift mit dem Ziel Brasilien, beendet – es waurde also Zeit Abschied zu nehmen. Abschied von eineer Insel, deren Natur unglaublich beeindruckend ist; riesige, steile Berge, vier verschiedene Klimazonen, Lavagestein, wilder Spinat, Aloe Vera und Tomaten wachsen einfach so ueberall… Naemlich aufgrund des Regens der uns in den ersten eineinhalb Wochen oefters mal nass gemacht hat – der nach einem Jahr kompletter Trockenheit aber auch bitter noetig war. In dieser Zeit gab es so viele Regenboegen zu sehen (auch zwei- bis dreifach!!) wie ich wahrscheinlich in meinem ganzen Leben davor gesehen hab…

Waehrend sprachlich auf Gomera eindeutig Deutsch gefolgt von Englisch vorgeherrscht hat, steht jetzt franzoesisch auf dem Programm – die einzig gesprochene Sprache an Bord von Bilbo – dem Boot auf dem wir jetzt schon fast eine Woche verbringen.
Eine kurze Beschreibung unseres Bootsalltags, waehrend wir auf See sind:
Im Gegensatz zur Dasi, gibt es an Bord von Bilbo keine Selbssteuerungsanlage, das heisst selber steuern. IN zwei-Stunden-Schichten wird sich Tag und Nacht abgewechselt. (zwei Stunden sind auch wirklich ausreichend, bei staerkerem Wind und dementsprechend staerkeren Wellen, spuert man seine Arme danach doch deutlich ;) ) Beim Steuern gilt es, darauf zu achten, den Kurs zu halten und nach anderen Booten Ausschau zu halten. Wenn man grad nicht an der Ruderpinne sitzt, kann man lesen, schlafen, Essen sich unterhalten, spuelen oder tun was sonst so an kleineren Arbeiten am Boot anfaellt – sofern das bei der Schaukelei moeglich ist. INsgesamt hat man also Zeit ohne Ende :) Langweilig wird es trotzdem nie.

So langsam duerfen wir uns schonmal ein bisschen an portugiesisch gewoehnen – Gestern verbrachten Jo und ich den Abend in Palmeira, betranken uns mit Einheimischen und unterhielten uns mit Haenden und Fuessen, sowie spanisch-, englisch-, und franzoesisch-Brocken… und meine ersten zwei Woerter portugiesisch oder Kreolisch – ich weiss nicht so genau – hab ich schon lernen koennen…

Morgen oder uebermorgen ist angedacht nach Boa Vista zu segeln, dann vielleicht noch eine weitere der suedlichen Inseln und anschliessend steht dann die Ueberquerung an – Essen ist eingekauft, Boot ist fit, dem ganzen steht also nichts im Weg:) IN Brsilien wird (planmaessig) Belem oder Macapa angesteuert – nur habe ich bisher die Erfahrung gemacht dass vieles beim Segeln anders kommt als geplant…

Der Liste an spannenden Meeresbewohnern, welche wir sehen konnten koennen jetzt noch fliegende Fische begefuegt werden! Die machen das um vor den Doraden zu fliehen, die sie jagen – wir wiederum haben die Doraden „gejagt“, beziehungsweise geangelt – der wohl frischeste Fisch in meinem Leben den ich gegessen habe. Mal sehen was noch kommt?!

So, ich habe genug von dem Computer mittlerweile(unglaublichst langsam) ausserdem wird es dunkel und ich hab ziemlich Hunger – Zeit auf das Boot zurueck zu paddeln, das im Hafen vor Anker liegt… :)

Es geht euch allen hoffentlich gut? Habt Weihnachten gut rumgebracht und das neue Weltenzeitalter begruesst?!
@Manu: deine Gruesse haben uns doch noch vor Brasilien errreicht :)

Alles, alles Liebe euch allen und einen guten Rutsch!!